| Nach Themen geordnetNach Schulart geordnet |
![]() |
Fingerhut, Karlheinz Gegenstandsorientierung im fachdidaktischen Geschäft hat zur Zeit keine Konjunktur. Aber Zugänge zum Werk von wichtigen Autoren schaffen, die nicht allein über die Literaturwissenschaft, sondern über Erfahrungen des Alltags führen, ist nach wie vor eine wichtige Aufgabe der Literaturdidaktik. Alltagserfahrungen wie: Bergwanderungen unternehmen, in geselliger Runde Wein trinken, etwas sagen, indem man Blumen oder Früchte schenkt, werden in drei der sieben Vorlesungen als Brückenschlag zwischen Goethes Werk und heutigen Lesern genutzt. Dann ist da der Zugang, der etwas hochtrabend „intertextuelle Verflechtung“ genannt wird. Goethes Liebesgedichte sind mit denen Petrarcas in Beziehung gesetzt, es wird die Bedeutung der kulturellen Kontexte sichtbar. Wenn zwei über Liebe, Schönheit, Natur schreiben, bedeutet es keineswegs immer dasselbe. Intertextualität existiert auch zwischen Goethe und Heine, aber in der Form, dass der Jüngere gegen die Poesie des bewunderten Älteren anschreibt. Schließlich behandeln zwei Vorlesungen das Schicksal Goethescher Gedichte im Literaturunterricht, einmal in einem Unterricht, welcher der Bedeutung des „freien Schreibens“ für den Schreibenden und für seine Leser/innen nachspürt, zum andern in einem Unterricht, in dem das Prüfen wichtiger geworden ist als die ästhetische Wahrnehmung von Literatur. In dieser Vorlesung, die aktuelle Formen zentraler „Qualitätssicherung“ kritisch untersucht, geht es natürlich nicht ganz ohne Polemik ab. |